30. November 2017

Pressemitteilung 29.11.2017

Armut hat viele Facetten – ihre Bekämpfung muss Schwerpunkt werden

Zur heutigen öffentlichen Anhörung „Armut und Reichtum in Mecklenburg-Vorpommern“ im Sozialausschuss des Landtages erklären die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt, und der sozialpolitische Sprecher, Torsten Koplin:

Koplin: „Die Anhörung hat erneut deutlich gemacht, dass Armut in den unterschiedlichsten Formen und Auswirkungen in M-V allgegenwärtig ist. Sie kann und darf von der Landesregierung nicht länger ignoriert werden. Ob Junge oder Alte, das Land führt über alle Jahrgänge hinweg die bundesweiten Armutsstatistiken an.“

Bernhardt: „Ein Leben am oder unter dem Existenzminimum betrifft nahezu jedes dritte Kind, jede fünfte Person im Ruhestand, fast 12 Prozent aller Erwerbstätigen und drei Viertel aller Erwerbslosen in M-V. Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit sowie unsichere und befristete Beschäftigung führen zu dauerhaft schwierigen Lebensverhältnissen. Armut, Entbehrungen und Benachteiligungen im Alter sind programmiert. Kinder in armen Familien haben ungleich schlechtere Entwicklungschancen, der Weg in eine armutsfeste Zukunft ist deutlich schwieriger. Erforderlich ist eine umfassende, kontinuierliche Auseinandersetzung mit den zahlreichen Facetten von Armut. Grundlage für eine erfolgreiche Bekämpfung von Armut sind aussagekräftige, geschlechterdifferenzierte statistische Daten, um gezielt Maßnahmen ergreifen zu können. Eine regelmäßige Sozialberichterstattung kann Licht ins Dunkel der Armut bringen. Wir stehen erst am Anfang von Armutsbekämpfung. Hier muss sich Politik deutlich mehr engagieren.“

Koplin: „Meine Fraktion fordert die Landesregierung zum wiederholten Male auf, die Armutsbekämpfung ressortübergreifend endlich zu einem Arbeitsschwerpunkt aller Ministerien zu machen.“