25. August 2017

Pressemitteilung 25.08.2017

Studie zur Lage im Gesundheitswesen erforderlich – endlich aktiv werden

Zur Antwort der Landesregierung auf seine Kleine Anfrage „Fachkräftesituation im Gesundheitswesen in M-V“ (Drs. 7/716) erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„Meine Fraktion fordert die Landesregierung auf, bei diesem enorm wichtigen Thema ihren Dornröschenschlaf zu beenden und eine Studie über den Fachkräftebedarf in den Gesundheitsberufen in M-V bis 2030 erstellenzu lassen. Auf Grundlage der Ergebnisse einer solchen Studie müssen endlich konkrete Schritte und Maßnahmen eingeleitet werden, um der sich zuspitzenden Lage entgegenwirken zu können.

Die Zahl der unbesetzten Stellen im Gesundheitsbereich ist innerhalb von sechs Jahren um 500 auf 1102 Arbeitsplätze gestiegen, hat sich also fast verdoppelt. Das erstaunt umso mehr als die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer mit Gesundheitsberufen von 2010 bis 2017 um 773 gesunken ist. Gleichwohl gibt es noch 2200 Frauen und Männer mit diesen Berufen pro Jahr, die zwischen 93 und 371 Tage arbeitslos sind. Gründe dafür sind eine fehlende Qualifikation, gesundheitliche Probleme oder mangelnde Eignung. Eine Übersicht über die betrieblichen und außerbetrieblichen Ausbildungsplätze in den Gesundheitsberufen gibt es – bis auf die Arzt- und Praxishilfen sowie die Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik – nicht.

Die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen liegt seit drei Jahren unter der Zahl von 2000 und ist gegenüber den Jahren davor um 300 zurückgegangen. Abschließende Prognosen über den tatsächlichen Fachkräftebedarf in den Gesundheitsberufen sind der Landesregierung nicht möglich, da dieser von verschiedenen Faktoren abhängig sei. Deshalb ist es unerlässlich, eine aussagekräftige Basis zu erstellen, auf der gehandelt werden kann und muss.“