06. Juli 2017

Pressemitteilung vom 06.07.2017

Medizinische Versorgung in der Region Wolgast immer noch provisorisch

Zum Bericht von Gesundheitsminister Harry Glawe zur „Aktuellen Situation im Kreiskrankenhaus Wolgast“ heute im Wirtschaftsausschuss erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin

„Fast beiläufig erklärte der Minister, dass er für die Notfallversorgung und den Transport von Schwangeren einen Hubschrauber anschaffen will. Der Kaufpreis würde zwischen 4,5 und 9 Mio. Euro liegen.

Es ist zwar lobenswert, dass der Minister versucht, die Versorgungslücken in der Region zu schließen, aber die geplante Lösung mit einem Hubschrauber ist weder wirtschaftlich noch optimal für Patientinnen und Patienten. So warnen Experten bei Hubschraubereinsätzen für Schwangere vor etwaigen gesundheitlichen Schäden für die Babys. Die Kosten für Anschaffung und Betrieb eines Hubschraubers übersteigen die eines regulären Stationsbetriebs bei weiten. Eine Einsatzminute kostet allein 40 bis 60 Euro.

Es wird immer offenkundiger, dass das Konzept für die Zukunft der medizinischen Versorgung in Wolgast und dem Umland aus dem Gesundheitsministerium völlig unausgereift ist. Die Behandlung in der Portalpraxisklinik am Kreiskrankenhaus Wolgast erfolgt in einem Modellprojekt, denn die Leistungen sind nicht Teil des Leistungskatalogs der Krankenkassen. Es kann maximal 6 Jahre laufen. Wird es dann nicht von den Krankenkassen fortgeführt, ist Schluss.

Unklar bleibt auch, ob das eingeplante Personal gewonnen werden kann, so dass die Portalpraxisklinik tatsächlich voll einsatzfähig sein wird. Wir bleiben dran und werden das Thema, falls erforderlich, wieder im Ausschuss aufrufen.“