04. Juli 2017

Pressemitteilung vom 04.07.2017

Schuldnerberatung nicht weiter abbauen, sondern stärken

Zur Jahresauswertung „Zur Situation privater Überschuldung in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2016“ durch die LIGA der Wohlfahrtsverbände M-V und die LAG Schuldnerberatung M-V erklärt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„Die Zahlen der beiden Gremien machen den Stellenwert der sozialen Schuldnerberatung und zugleich den dringenden Handlungsbedarf deutlich. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen bleibt der Beratungsbedarf hoch und trifft zunehmend bessere Einkommensgruppen. Allgemeine Einkommensarmut, Krankheit, notwendige Ersatzbeschaffungen sowie eine fehlende finanzielle Allgemeinbildung bleiben ursächlich für eine Überschuldung der privaten Haushalte. Leider müssen wir darüber hinaus von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, denn längst nicht alle Hilfebedürftigen suchen den Weg in die Beratung. Zudem brechen 20 Prozent der Hilfesuchenden die Beratung ab. 

Es ist sehr problematisch, dass die Beratungskapazitäten seit Jahren sinken. Meine Fraktion fordert die Landesregierung auf,

den Jahresbericht gemeinsam mit der LIGA und der LAG auszuwerten und die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Auch die Finanzierung der Beratung und die Gehälter für die Fachkräfte müssen endlich angemessen berücksichtigt werden.  M-V braucht ein flächendeckendes, erreichbares, unentgeltliches und qualifiziertes Beratungsangebot zum Nutzen aller Beteiligten – des Landes, der Kommunen, der Gläubiger, aber vor allem der Hilfesuchenden.“