27. Juni 2017

Pressemitteilung 26.06.2017

Studie bestätigt jahrelange Warnung: Altersarmut steigt dramatisch

Zur aktuellen Bertelsmann-Studie, wonach Altersarmut drastisch zunehmen wird, erklärt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

„Wenn die Studie bis zum Jahr 2036 von einem Anstieg des Altersarmutsrisikos bundesweit auf 20 Prozent ausgeht, dann wird der Wert in M-V deutlich darüber liegen. Denn von allen drei am meisten gefährdeten Personengruppen hatten und haben wir einen überdurchschnittlich hohen Anteil in der Bevölkerung. Das trifft auf alleinstehende Frauen ebenso zu wie auf langzeitarbeitslose und geringqualifizierte Frauen und Männer.

 

18,3 Prozent der erwerbstätigen Frauen und 9,5 Prozent der erwerbstätigen Männer hatten 2015 in M-V ein monatliches Einkommen von weniger als 900 Euro, also noch 42 Euro unter der Armutsschwelle. 2015 lag die Armutsgefährdung für Rentnerinnen und Rentner bereits bei 19,1 Prozent. Die Armutsgefährdung von Geringqualifizierten lag bei 41,8 Prozent.

 

Die Studie bestätigt die jahrelange Kritik meiner Fraktion an der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik der Bundes- und der Landesregierung. Atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Befristungen und Leiharbeit sowie die Ausweitung des Niedriglohnsektors werden verheerende Auswirkungen auf die Lage alter Menschen haben. Auch das Absenken des Rentenniveaus und die Teilprivatisierung sowie die Streichung der Rentenbeiträge und Anwartschaftszeiten für Hartz-IV-Bezieher tragen dazu bei, dass die Altersarmut dramatische Formen annehmen wird.

 

Unsere Warnungen wurden all die Jahre in den Wind geschrieben. Die Politik muss endlich handeln: Die gesetzliche Rente muss deutlich gestärkt und das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent angehoben werden. Erforderlich ist ein armutsfester Mindestlohn und eine armutsfeste, solidarische Grundrente von 1050 Euro.“