03. März 2017

Pressemitteilung 02.03.2017

Kampf gegen Armut erforderliche Aufmerksamkeit schenken

Zur Vorstellung des Armutsberichtes für Deutschland 2016 durch den Paritätischen und weitere Organisationen erklären die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin Jacqueline Bernhardt und der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

Koplin: „Auch der neue Armutsbericht bestätigt, dass trotz guter wirtschaftlicher Lage viele Menschen in Deutschland und M-V von Armut bedroht oder direkt betroffen sind. Dies gilt insbesondere für Erwerbslose, Alleinerziehende sowie Rentnerinnen und Rentner. Aber auch Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren sind in M-V überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Obwohl die Armutsgefährdung in Deutschland insgesamt kaum und in M-V leicht zurückgegangen ist, ist sie in M-V bei Arbeitslosen, Geringqualifizieren, Rentnern, jungen Erwachsenen sowohl im 10- als auch im 5-Jahres-Vergleich in M-V gestiegen. Die hartnäckige Weigerung der Landesregierung, sich mit Armut und den damit verbunden Auswirkungen zu beschäftigen, um die erforderlichen Maßnahmen ergreifen zu können, ist gegenüber den Betroffenen verantwortungslos.“

Bernhardt: „Neben der Erwerbslosigkeit sind Kinder immer noch eines der größten Armutsrisiken. Das ist skandalös und Ausdruck einer kinder- und familienfeindlichen Politik. Bundes- und Landesregierung versuchen die Probleme regelmäßig kleinzureden, da werden auch schon mal Armutsberichte geschönt und die Probleme unter den Teppich gekehrt. Wir fordern eine Analyse für M-V und mehr Engagement von der Landesregierung, um Armut im Allgemeinen und Kinderarmut im Besonderen wirksam zu bekämpfen. Meine Fraktion ist zuversichtlich, dass die kürzlich gestartete Volksinitiative gegen Kinder- und Jugendarmut in M-V die Landesregierung aus ihrem Tiefschlaf reißen wird und sich Landesregierung und Parlament mit den vielschichtigen Problemen, die mit Kinder- und Jugendarmut einhergehen, ernsthaft wird beschäftigen müssen.“